Gruß & Kuss – Briefe digital
Gruß & Kuss – Briefe digital
Wie spiegeln Liebesbriefe gesellschaftliche Entwicklungen wider? Das Projekt untersucht private Korrespondenzen aus zwei Jahrhunderten in Citizen-Science-Formaten und verbindet sprachliche Analyse mit digitaler Partizipation und innovativen Methoden der Texterschließung.
| Projektleitung: | Prof. Dr. Stefan Schmunk |
| Dauer: | 03/2021 bis 10/2024 |
| Förderer: | Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Förderkennzeichen: 01BF2110A‐C |
| Beteiligte Institutionen: |
Liebesbriefe sind kulturelle Zeugnisse des Privaten – und zugleich Ausdruck gesellschaftlicher Entwicklungen, Kommunikationsformen und Identitätskonstruktionen. Das Citizen-Science-Projekt „Gruß & Kuss“ widmet sich der sprachlichen und medialen Analyse solcher Briefe aus zwei Jahrhunderten. Neben der wissenschaftlichen Aufarbeitung steht die zivilgesellschaftliche Partizipation im Fokus: Bürger*innen wirken aktiv an der Erforschung, Erschließung und digitalen Bearbeitung mit. So wird ein kulturell bedeutsamer, bislang kaum beachteter Quellenbestand sichtbar gemacht und für die dauerhafte Bewahrung in Gedächtniseinrichtungen vorbereitet.
Projektverlauf
Das Projekt verfolgt einen mehrstufigen, partizipativen Forschungsansatz. In mehreren Meilensteinen werden Formate zur Einbindung von Bürgerwissenschaftler*innen entwickelt – von niedrigschwelligen Einstiegsangeboten bis hin zu forschungsnahen Workshops.
Im ersten Meilenstein („ExplorationLab“) erlernen Teilnehmende digitale Methoden der Texterschließung.
In „Blind Date Café / Stelldichein“, dem zweiten Meilenstein, entwickeln Bürger*innen eigene Themencluster und Forschungsfragen. Hier entsteht auch die „Love Coding App“, mit der Inhalte spielerisch ausgezeichnet und verknüpft werden können.
Der dritte Meilenstein („Love-Coding-Lab“) vernetzt überregionale Communities und schafft physische Begegnungsräume in Bibliotheken als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit.
Drei thematische Cluster strukturieren den inhaltlichen Fokus: Liebe in Krisen und Konflikten, Liebe auf Distanz in der Lebensmitte und Heimliche Liebe. Die Formate kombinieren analoge, digitale und in-situ-basierte Beteiligung und werden durch Tutorials und Beiträge für Öffentlichkeit und Wissenschaft begleitet.
Ziel
Das Projekt zielt auf die wissenschaftliche Erschließung, digitale Aufbereitung und nachhaltige Bewahrung alltagskultureller Briefzeugnisse. Gleichzeitig sollen neue Wege der partizipativen Forschung eröffnet werden, die Bürger*innen als aktive Mitgestalter*innen in die geisteswissenschaftliche Arbeit einbeziehen und langfristig verankern.
Weiterführende Links
- Liebesbriefarchiv
- Bericht des SWR zum Projektende
- Video über das Projekt auf der Webseite des BMFTR
- Technische Universität Darmstadt (TUDA) Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft, Prof. Dr. Andrea Rapp
- Universität Koblenz-Landau (UKL) Institut für Germanistik, Prof. Dr. Eva Wyss
- Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt (ULB) Bibliotheksdirektor, Prof. Dr. Thomas Stäcker
- Bürger schaffen Wissen - die Citizen Science Plattform