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HeFDI – Zehn Jahre Forschungsdatenmanagement

Das Bild zeigt die Erde aus dem All und vernetze Linien.
Fachbereich Media News Forschung

Die Landesinitiative HeFDI unterstützt seit 2016 Forschende an hessischen Hochschulen beim professionellen Umgang mit digitalen Forschungsdaten. Ziel des Projekts ist es, Forschungsdatenmanagement (FDM) nachhaltig zu etablieren und Forschende über den gesamten Forschungsprozess hinweg zu begleiten – von der Antragstellung über das aktive Datenmanagement bis hin zur langfristigen Archivierung und Nachnutzung von Forschungsdaten.

Was ist HeFDI?

Die zunehmende Digitalisierung in der Forschung führt zu wachsenden Datenmengen und neuen Anforderungen an Dokumentation, Speicherung und Wiederverwendbarkeit. HeFDI begegnet diesen Herausforderungen durch den Aufbau gemeinsamer technischer Infrastrukturen, die Entwicklung von Standards und Konzepten sowie durch ein umfassendes Beratungs- und Schulungsangebot im Bereich Forschungsdatenmanagement.

Die Initiative ist eng in nationale und internationale Netzwerke eingebunden, unter anderem in die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), das europäische Netzwerk EUt+ sowie das bundesweite Informationsportal. HeFDI wird von elf hessischen Hochschulen getragen und von der Philipps-Universität Marburg koordiniert. Gefördert wird die Initiative durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK).

Erreichte Meilensteine

Seit dem Start im Jahr 2016 konnte HeFDI zahlreiche Erfolge erzielen:

  • Verabschiedung von FDM-Richtlinien an nahezu allen beteiligten Hochschulen
  • Aufbau lokaler Servicestellen für Forschungsdaten, die Beratung, Schulungen und rechtliche Erstinformationen anbieten
  • Etablierung institutioneller Forschungsdatenrepositorien an allen Verbundhochschulen
  • Einführung des kooperativ betriebenen Tools RDMO (Research Data Management Organiser)
  • Über 300 dokumentierte FDM-Beratungen bereits im Jahr 2019
  • Entwicklung vielfältiger Qualifizierungsangebote wie der
    • HeFDI Data School,
    • HeFDI Code School,
    • HeFDI Data Week und
    • der HeFDI Selbstlerneinheit als Open Educational Resource
  • Erfolgreiche Beteiligung an Verbundprojekten wie FOKUS sowie Auszeichnungen im Wettbewerb „Wissenschaft im Digitalen Wandel“
  • Initiierung des Satellitenprojekts HeFDI-ELN-Service zur Entwicklung eines landesweiten elektronischen Laborbuchs

Wie geht es weiter?

Auch über die formale Projektlaufzeit hinaus bleibt der Austausch zwischen den Verbundhochschulen bestehen, und etablierte Veranstaltungsformate sowie Informationsangebote sollen grundsätzlich fortgeführt werden.

Gleichzeitig ist die zukünftige Finanzierung und Koordination von HeFDI aktuell noch nicht geklärt. Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage und der im Zuge des hessischen Hochschulpakts vorgesehenen Kürzungen stehen zentrale Strukturen des Forschungsdatenmanagements vor erheblichen Herausforderungen.

Dabei zeigt die bisherige Projektlaufzeit deutlich, dass HeFDI einen wichtigen Beitrag zur Qualität, Nachhaltigkeit und Nachnutzbarkeit von Forschung in Hessen leistet. Forschungsdatenmanagement ist längst kein Zusatzangebot mehr, sondern eine grundlegende Voraussetzung für gute wissenschaftliche Praxis, Drittmittelfähigkeit und internationale Anschlussfähigkeit.

Um die in den vergangenen Jahren aufgebauten Kompetenzen, Netzwerke und Infrastrukturen zu sichern und weiterzuentwickeln, ist eine verlässliche und langfristige Finanzierung von HeFDI unerlässlich. Nur so kann das Forschungsdatenmanagement an hessischen Hochschulen langfristig professionell unterstützt und weiter gestärkt werden.

Ansprechpartner

Porträt von Prof. Dr. Stefan Schmunk

Prof. Dr. Stefan Schmunk

Dekan(in)

Informationswissenschaft und Digitale Bibliothek

Stefan Schmunk ist Professor für Informations- und Bibliothekswissenschaft an der Hochschule Darmstadt und er beschäftigt sich in Lehre und...


Forschung mit digitalen Forschungsinfrastrukturen, Open Science und Forschungsdaten insbesondere in den Geistes- und Kulturwissenschaften. Sein Fokus liegt auf nachhaltigen Strategien im Forschungsdatenmanagement und beim Aufbau von nationalen und europäischen Initiativen zur Etablierung von Forschungsinfrastrukturen. Er ist Dekan des Fachbereichs Media und Beauftragter für Forschungsdatenmanagement der h_da.