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Die blauen Reiterinnen

Fachbereich Media Projekte Onlinekommunikation 6. Fachsemester
  • Lernagentur: Non-Profit Marketing
  • SoSe 2026, 6. Fachsemester
  • Prof. Dr. Patricia Bliemeister, Simon Kunisch & Melanie Westermann

Wie bringt man eine Stadt dazu, über eine Ausstellung zu reden, bevor sie überhaupt eröffnet hat? Für die Ausstellung „Die blauen Reiterinnen" im Landesmuseum Wiesbaden haben wir genau darauf eine Antwort entwickelt: eine Guerilla-Marketing-Kampagne mit aufeinander aufbauenden Aktionen, die an unterschiedlichen Tagen und Orten in Wiesbaden stattfanden. Es handelte sich um Aktionen im öffentlichen Raum, die auffallen, verwundern und zum Gespräch anregen sollten.

Verbindendes Element ist die Farbe Blau, angelehnt an die Künstlergruppe „Der Blaue Reiter" und an die Künstlerinnen der Gruppe, die im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen bis heute viel zu wenig bekannt sind.

Die blaue Bank

Der Auftakt war die Installation einer großen blauen Bank im Kurpark Wiesbaden versehen mit einer Plakette mit Namen von vier Künstlerinnen. Die Bank soll zum Verweilen einladen und Neugier erzeugen.

Staffeleien mit versteckter Botschaft

Bei einer weiteren Aktion werden Staffeleien an belebten Orten aufgestellt. Passant:innen bekommen Pinsel und verschiedene Blautöne in die Hand und bemalen gemeinsam eine Leinwand.

Der Clou: Unter der Leinwand ist ein Hufeisen aus Klebeband versteckt. Ist die Fläche vollständig bemalt, wird das Tape abgezogen – und ein Hufeisen sticht plötzlich aus dem fertigen Gemeinschaftskunstwerk heraus. Aus einem spontanen Mitmach-Erlebnis wird so unerwartet ein Hinweis auf die Ausstellung.

Give-aways mit Augenzwinkern

Eine weitere Aktion setzt auf ein deutlich kleineres, dafür sehr persönliches Format: blau verpackte Kondome mit der Aufschrift „Sicher reiten", die gezielt von Frauen an Frauen verteilt werden – etwa an Hochschulen, in der Kirchgasse oder im Kurpark. Kein erklärender Text, nur ein doppeldeutiger Spruch. Ist das jetzt Kunst? Ist das Marketing? Genau diese Unsicherheit sorgt für Gesprächsstoff – und genau darum geht es.

Das Finale: Auf Trab in Wiesbaden

Ende September folgte das Reveal, bei dem blau gewandete Mitarbeitende des Museums mit einem Voltigierpferd in Wiesbaden Aufmerksamkeit für die Schau erregten.

An ausgewählten Stationen der Route hält die Gruppe kurz inne, bevor über Flyer und QR-Codes die Verbindung zur Ausstellung endgültig sichtbar wird. Der Moment, in dem sich alle vorherigen Aktionen zu einem Gesamtbild zusammenfügen.

Fazit

Verschiedene Kampagnenelemente, Orte, Tage – und trotzdem ein gemeinsamer blauer Faden, der sich über Wochen im Wiesbadener Stadtbild verteilten. Wer genug der einzelnen Aktionen gesehen hat, fragt sich irgendwann unweigerlich: Was hat das eigentlich alles miteinander zu tun? Die Antwort gibt es im Landesmuseum Wiesbaden.