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Wie bringt man Bienen zum Chatten? Ein Blick hinter unser Lernagentur-Projekt mit dem BeeLab

Onlinekommunikation 6. Fachsemester

Als wir im April mit unserem Lernagentur-Projekt starteten, gab es auf dem Campus Dieburg noch keine Bienenstöcke. Das BeeLab der Hochschule Darmstadt befand sich gerade im Aufbau – genauso wie unsere Ideen.

Auf den ersten Blick schien die Aufgabe ungewöhnlich: Was haben Bienen mit Onlinekommunikation zu tun?

Mit jeder Projektwoche wurde die Antwort klarer. Während auf dem Mediencampus die ersten Bienenvölker einzogen, entwickelten wir Konzepte, Inhalte und digitale Lösungen, um das BeeLab für verschiedene Zielgruppen erlebbar zu machen. Unser gemeinsames Ziel war es nicht nur, Wissen über Honigbienen zu vermitteln, sondern auch das Bewusstsein für Biodiversität zu stärken und das BeeLab näher an Studierende sowie Schülerinnen und Schüler heranzubringen.

Eine Frage – vier Antworten

Relativ schnell wurde uns klar, dass es auf diese Aufgabe keine einzelne Lösung geben konnte. Wer Menschen für Bienen begeistern möchte, muss sie dort erreichen, wo sie lernen, sich informieren und miteinander kommunizieren.

Deshalb teilten wir unser Projekt in vier Teams auf – mit einem gemeinsamen Ziel, aber unterschiedlichen Perspektiven.

Kommunikation sichtbar machen

Ein Team entwickelte die Kommunikationsstrategie für das BeeLab. Gemeinsam wurden Zielgruppen analysiert, passende Social-Media-Formate entwickelt und zahlreiche Video-Contents produziert. Zusätzlich entstand ein Redaktionsplan, der auch nach Projektende als Grundlage für zukünftige Beiträge dienen kann.

Das BeeLab auf den Campus bringen

Ein weiteres Team beschäftigte sich mit der Frage, wie das BeeLab im Alltag auf dem Campus sichtbarer werden kann. Neben verschiedenen Touchpoints entstand ein neues Corporate Design, das dem Projekt einen einheitlichen visuellen Auftritt verleiht und den Wiedererkennungswert stärkt.

Lernen für die Schule neu denken

Damit das BeeLab künftig auch im Schulunterricht eingesetzt werden kann, führte ein Team Interviews mit Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern. Welche Inhalte sind wirklich relevant? Wie möchten junge Menschen lernen? Die Antworten bildeten die Grundlage für Unterrichtsmaterialien, die wissenschaftliche Themen verständlich und praxisnah vermitteln.

Wie bringt man Bienen zum Chatten?

Mit genau dieser Frage beschäftigte sich unser Team.

Unser Ziel war es, einen Chatbot zu entwickeln, der Wissen nicht einfach nur erklärt, sondern zum Entdecken einlädt. Dabei entstanden drei Bots mit unterschiedlichen Schwerpunkten:

  • Information Bot: beantwortet Fragen rund um Bienen, Bestäubung und das BeeLab und ist mit einer Wissensdatenbank verknüpft.
  • Quiz Bot: vermittelt Wissen spielerisch durch verschiedene Schwierigkeitsstufen, motivierendes Feedback und kleine Lernerfolge.
  • Bee-Tamagotchi: verbindet echte Sensordaten aus den Bienenstöcken mit kleinen Missionen und einem Punktesystem. So werden Forschung und Biodiversität durch Interaktion erlebbar. 

Ein Projekt entwickelt sich weiter

Wie in jedem echten Projekt lief natürlich nicht alles nach Plan.

Den Chatbot entwickelten wir zunächst vollständig mit Voiceflow. Im weiteren Verlauf fiel jedoch die Entscheidung, auf Typebot umzusteigen. Dadurch mussten wir große Teile der Dialoge neu aufbauen und anpassen. Auch wenn das zunächst nach einem Rückschritt aussah, bot uns dieser Wechsel die Chance, viele Abläufe noch einmal zu überdenken und den Chatbot deutlich zu verbessern.

Rückblickend gehört genau das zu den wertvollsten Erfahrungen des Projekts: Gute Ideen entstehen selten beim ersten Versuch. Sie entwickeln sich weiter – genau wie das BeeLab selbst.

Dabei haben wir gelernt,

  • wissenschaftliche Inhalte verständlich aufzubereiten,
  • Kommunikation konsequent aus Sicht der Zielgruppe zu denken,
  • digitale Anwendungen gemeinsam zu entwickeln,
  • flexibel auf Veränderungen zu reagieren
  • und interdisziplinär zusammenzuarbeiten. 

Vor allem aber haben wir erlebt, wie eng Nachhaltigkeit, Forschung und digitale Kommunikation miteinander verbunden sein können.

Unser Fazit

Als wir im April mit dem Projekt begannen, gab es auf dem Campus noch keine Bienenstöcke. Heute summen sie direkt vor unserer Hochschule und gleichzeitig liegen Kommunikationskonzepte, Unterrichtsmaterialien, Campus-Ideen und ein interaktiver Chatbot bereit, um das BeeLab weiter wachsen zu lassen.

Unser Semesterprojekt endet hier. Das BeeLab dagegen steht erst am Anfang.

Und vielleicht ist genau das das Schönste an der Lernagentur: Am Ende entsteht nicht nur eine Präsentation oder eine Note, sondern etwas, das auch nach dem Semester weiterleben kann – für Studierende, für Schulen und für alle, die künftig mehr über Bienen und Biodiversität erfahren möchten.