Wintersemester 2001/02: Liebe auf den ersten Stundenplan. Zwei junge Leute verliebten sich: Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit. Zusammen bezogen sie ihr gemütliches Zuhause namens Onlinejournalismus. Sie teilen fast alles: Seminarräume, Projekte und Klausuren. Kleine Streitigkeiten gab es darüber, ob die Strategie oder die Nachricht wichtiger ist, aber diese wurden schnell beiseite gelegt. Sie gehörten einfach zusammen.
13 Jahre lang waren sie zusammen glücklich. Während Journalismus Fragen stellte, hatte Öffentlichkeitsarbeit schon die passenden Antworten formuliert. Sie ergänzten sich perfekt.
Doch dann kam das Wintersemester 2014/15.
Urplötzlich trennt sich Öffentlichkeitsarbeit von Journalismus und zieht in ein neues Zuhause: Onlinekommunikation. Weitere Details weiss bis heute niemand. Einige sagen, Öffentlichkeitsarbeit habe ihre Krisenkommunikation doch nicht so beherrscht, wie erwartet. Andere sagen, Journalismus habe Geheimnisse von Öffentlichkeitsarbeit öffentlich geteilt. Ob und was davon stimmt, werden wir wohl nie erfahren.
Auch zwölf Jahre später ist noch unbekannt, warum die Campusliebe in die Brüche ging. Obwohl die beiden Tür an Tür wohnen, gehen sie sich auf den Gängen aus dem Weg, Journalismus stichelt immer wieder gegen den ehemaligen Partner und Öffentlichkeitsarbeit geht alle Strategien durch, um das Ende des Journalismus zu bewirken. Von einer Versöhnung ist weit und breit keine Spur.
Eine Gemeinsamkeit haben die beiden allerdings: sie glauben beide, dass sie bei der Trennung keine Schuld tragen.
Text: Lara Königer