User Experience Design
Heute studieren, um das Morgen zu gestalten!
Stell dir vor, dein Wecker begrüßt dich am Morgen mit sanftem Vogelzwitschern und einem warmen Licht, das sich langsam im Raum ausbreitet. In der Küche wartet deine Kaffeemaschine bereits mit einem warmen, schokoladigen Kaffee auf dich. Dein Kalender erinnert dich freundlich an den Geburtstag einer Freundin und dein Schlüsselbrett klimpert kurz, um dich auf deinen fast vergessenen Schlüssel aufmerksam zu machen. Auf dem Weg zur Arbeit schaltet die Ampel direkt auf Grün, weil sie dich hat kommen sehen und momentan kein anderes Auto unterwegs ist. Das ist ein angenehmer Start in den Tag.
Das ist ein gut gestaltetes Erlebnis – und genau darum geht es im User Experience Design: Erlebnisse und Erfahrungen zu gestalten, die sich richtig gut anfühlen, die inspirieren, Erinnerungen wecken, den Alltag erleichtern oder Menschen miteinander verbinden.
User Experience Design ist, wenn jemand darüber nachdenkt, wie die Dinge für dich einfacher, natürlicher, vielleicht auch spannender oder spielerischer gestaltet werden können – damit sie wirklich zu deinen Bedürfnissen passen.
Wie gestalte ich Erlebnisse, die Menschen wirklich helfen?
Kurz gesagt: Als UX-Designer*in bist du der unsichtbare Held im Hintergrund, weil du versuchst, nicht nur die Anforderungen von Nutzenden, sondern auch die Auswirkungen für das Umfeld im Auge zu behalten – egal ob beim Einkaufen, beim Essen kochen, auf Reisen oder am Arbeitsplatz. So gestaltest du positive Erfahrungen für das Leben der Zukunft, die nicht nur deine Zielgruppe glücklich machen.
Im Studiengang UXD wirst du zu einem kreativen Ideenschmied, der Probleme erkennt, Lösungen entwickelt und Erlebnisse gestaltet, die das Leben positiv verändern. Hier werden Produkte oder Services entwickelt, die sich nicht nur gut anfühlen, sondern die auch zu der Welt von morgen passen.
User Experience Design (ehemals Interactive Media Design) verbindet Praxis und Theorie in einem siebensemestrigen Bachelor Studiengang.
Im User Experience Design schaust du dir an, wie wir Menschen durch unser Leben gehen. Dabei denkst du nicht in Produkten, sondern in Abläufen und Systemen. Du stellst dir Fragen wie:
- Welche Schritte werden benötigt, um einen Kaffee zuzubereiten?
- Wie ist es, mit dem Fahrrad durch die Stadt zu navigieren?
- Was macht dabei Spaß – und was nervt so richtig?
Ein gut gestalteter Prozess ist angenehm, bereitet Freude oder ist so natürlich, dass du dir gar keine Gedanken darüber machst. UXD sorgt dafür, dass alles passt – vom ersten Eindruck bis zum letzten Klick, vom Gefühl bis zur gesamten Erfahrung.
Im Zentrum von User Experience Design stehen immer die Menschen:
- Was brauchen sie wirklich?
- Wie denken und fühlen sie?
- Wie kann ich am besten weiterhelfen?
Hier lernst du, dich in andere hineinzuversetzen, ihre Wünsche und Herausforderungen zu verstehen und Lösungen zu entwickeln, die auf die Nutzenden zugeschnitten sind – dabei aber auch andere mitzubedenken, sodass niemand benachteiligt oder beeinträchtigt wird.
Im Studiengang UXD liegt der Fokus auf der Gestaltung von Interaktionen. Wir verstehen darunter das aufeinander bezogene Handeln von Menschen, Tieren, Maschinen oder ganzen Gemeinschaften. Ziel ist es, ein lebenswertes Miteinander zu gestalten, das nicht nur gut funktioniert, sondern auch echten Mehrwert schafft.
Dabei stellst du dir Fragen wie:
- Wer sind die Interaktionspartner, was machen Sie genau und warum?
- Gibt es Probleme oder Hindernisse in der Interaktion?
- Fehlt vielleicht die Möglichkeit zur Interaktion und wenn ja, wo und wie wäre sie am natürlichsten?
- Wie können wir das Miteinander generell verbessern?
UXD ist mehr als nur „etwas schön machen“. Es bedeutet, komplexe Zusammenhänge zu durchdenken und mit Kreativität, Technik und Empathie zu verbinden. Hier wirst du mit Fragen konfrontiert wie:
- Wie wollen wir in Zukunft leben – unseren Alltag gestalten, arbeiten, lernen oder miteinander kommunizieren?
- Welche Rolle spielen dabei Menschen, Technik und die Umwelt?
UXD bedeutet, Zustände zu hinterfragen, in die Zukunft zu denken und Dinge zu ändern. Design ist oft unsichtbar – es fügt sich in Abläufe, Kontexte und Systeme ein. Es geht weniger um „das fertige Produkt“, sondern darum, wie alles zusammenwirkt und Teil eines größeren Ganzen wird.
UX Design studieren – was erwartet mich?
Transdisziplinarität: Zusammen und über die Grenzen hinweg
Stell dir vor, du baust mit anderen ein Haus. Wenn dabei alle nur das machen, was sie am besten können, ohne auf die anderen zu hören und miteinander zu sprechen, steht im besten Fall der Herd im Badezimmer und im schlimmsten Fall fällt das ganze Haus zusammen.
Bei uns läuft das anders. Transdisziplinarität im UXD bedeutet genau das Gegenteil: Hier geht es nicht darum, nur in einem Bereich zu denken, sondern das Wissen aus verschiedenen Bereichen miteinander zu verknüpfen und darüber hinaus zu denken, um komplexe Probleme zu lösen.
Wir setzen auf ein erweitertes Designverständnis, bei dem alle Aspekte einer Herausforderung – von kulturellen und sozialen Perspektiven über technologische Möglichkeiten bis hin zu wirtschaftlichen Überlegungen – berücksichtigt werden.
Wie genau gehen wir dabei vor?
Stellen wir uns einer Herausforderung – Lass uns gestalten, wie wir in Zukunft lernen wollen! Bestimmt erinnerst du dich noch an den Unterricht in der Schule: ein Raum mit Tischen, Stühlen und einer Tafel. Mal ehrlich, oft war das spannendste in diesen Räumen der Blick aus dem Fenster oder das Warten auf die Pausenklingel. Aber muss das so sein?
Um ein Lernumfeld zu schaffen, das wirklich funktioniert, müssen verschiedene Aspekte berücksichtigt werden. Hierfür braucht es einen ganzheitlichen Ansatz – und genau das lernen wir im Studiengang User Experience Design.
Phasen im Designprozess
Damit wir ein zukunftsorientiertes Lernumfeld gestalten können, stellen wir uns zunächst viele Fragen. Diese Fragen konzentrieren sich auf das „Wer macht was, mit wem und warum?“. Sie helfen uns dabei, ein tiefes Verständnis dafür zu bekommen, worum es wirklich geht und welche Bedürfnisse und Rahmenbedingungen berücksichtigt werden müssen, bevor eine Lösung entwickelt wird.
- Wer sind die Lernenden und Lehrenden, und welche Bedürfnisse haben sie?
- Was sind die Ziele des Lernens? Geht es um Wissen, Kreativität, soziale Kompetenzen oder andere Fähigkeiten?
- Mit wem interagieren Lernende während des Prozesses (Lehrende, Mitschüler:innen, Familie)?
- Warum ist das Lernen so, wie es aktuell stattfindet? Welche Traditionen, Regeln oder Strukturen spielen dabei eine Rolle?
- …
Um diese Fragen zu beantworten, führen wir Interviews mit Lernenden, Lehrenden und Bildungsexpert*innen. Wir analysieren Studien aus der Sozialwissenschaft, um gesellschaftliche und kulturelle Dynamiken zu verstehen, die das Lernen prägen. Psychologische Erkenntnisse geben uns Einblicke, wie Menschen Informationen verarbeiten, wie Motivation entsteht und welche Umgebungen das Lernen fördern. Design spielt in diesem Prozess eine zentrale Rolle – aber nicht nur als gestalterisches Werkzeug, sondern als eine Haltung des Verstehens und des Moderierens.
Nachdem wir ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse, Rahmenbedingungen und Herausforderungen gewonnen haben, geht es nun darum, dieses Wissen in greifbare Ansätze zu überführen. Hier stellen wir uns die Frage: Wie können wir unsere Erkenntnisse nutzen, um ein Konzept zu entwickeln? In dieser Phase konzentrieren wir uns darauf, klare Ziele zu setzen und die Richtung des Projekts zu definieren.
- Wie können wir die Bedürfnisse der Lernenden und Lehrenden konkret in ein Konzept integrieren?
- Wie lässt sich ein Lernumfeld gestalten, das flexibel auf unterschiedliche Anforderungen reagieren kann?
- Wie können Technologien sinnvoll eingesetzt werden, um den Lernprozess zu verbessern, ohne abzulenken?
- …
In der Phase des Definierens entwickeln wir den Plan, wie aus einer Vielzahl von Anforderungen eine greifbare Lösung wird – ein Konzept, das funktional, umsetzbar und zukunftsfähig ist. Dieses Konzept dient als Grundlage für die weitere Umsetzung und bildet den roten Faden für den gesamten Gestaltungsprozess.
Aus dem zuvor definierten Konzept werden erste Prototypen entwickelt. Ein Prototyp ist kein fertiges Produkt – vielmehr handelt es sich um eine reduzierte, aber gezielte Darstellung der wesentlichen Funktionen oder Ideen, die wir vermitteln und testen möchten. Es geht darum, die Vision erlebbar zu machen und zu überprüfen, ob sie den Anforderungen und Bedürfnissen wirklich gerecht wird.
- Was ist die Kernfunktion oder der zentrale Gedanke unseres Konzepts, den wir im Prototyp darstellen wollen?
- Welche Aspekte des Konzepts müssen unbedingt getestet werden, um Feedback für die Weiterentwicklung zu sammeln?
- Welche Materialien, Tools oder Technologien nutzen wir, um den Prototyp umzusetzen?
- …
Wir geben unserem Konzept Form und testen es in der Praxis. Dabei geht es weniger darum, ein perfektes Produkt zu schaffen, als vielmehr um das Lernen durch Erleben. Wir sammeln Feedback, identifizieren Schwachstellen und gewinnen neue Erkenntnisse. So stellen wir sicher, dass das Endergebnis nicht nur gut gedacht, sondern auch wirklich umsetzbar und wirksam ist.
Unser beispielhaftes Projekt zeigt, wie Verstehen, Definieren und Erleben nahtlos ineinandergreifen. Es verdeutlicht auch, dass UXD kein starrer Mix aus Disziplinen ist, sondern eine Denkweise. Wir kombinieren Wissen aus verschiedensten Bereichen, um Lösungen zu entwickeln, die nicht nur für heute, sondern auch für morgen relevant sind. Das Lernen hört dabei nie auf – und genau das macht den Reiz aus.
Deshalb solltest du dich für UXD entscheiden
Unser Ziel ist es, dich zu befähigen, als Designer wünschenswerte Zukünfte mitzugestalten. Wir liefern dir die dafür nötigen „Future Skills“ – das sind die Fähigkeiten, die du brauchst, um in einer Welt, die sich ständig verändert, nicht nur mitzuhalten, sondern auch mitzuwirken. Future Skills als Gestalter*in bedeuten, eigene Entscheidungen zu treffen und dabei Verantwortung zu übernehmen. Es bedeutet, selbständig seinen Horizont zu erweitern und sich zu reflektieren. Im Laufe des Studiums entwickelst du eine eigene Haltung, die du auch vertreten kannst. Du entdeckst, welche Methoden für dich am besten funktionieren, um deine Ziele zu erreichen und diese Ziele auch überzeugend zu kommunizieren.
Sicher hast du dir schon Gedanken gemacht, wie KI sich auf deine Traumdisziplin Design auswirkt. KI hat das Potenzial ein tolles Werkzeug zu werden, um dich bei öden, sich wiederholenden Aufgaben zu unterstützen. Schnell einen Entwurf in einem anderen Raster ausprobieren? Alternative Farbwelten und Schriften testen? Szenarien visualisieren? Das alles klappt mit KI schon richtig gut. Im Studiengang UXD werden diejenigen Kompetenzen aufgebaut, die KI nicht beherrscht – deine Empathiefähigkeit, dein ethischer Kompass, deine Kritikfähigkeit, deine Fähigkeit zu feinfühliger Konzeption und zu ungewöhnlichen Strategien. Künstliche Intelligenz mag Prozesse beschleunigen, aber du sorgst als Designer für Menschlichkeit.
Bei UXD gibt es keine stundenlangen Vorträge, bei denen du in einer anonymen Masse vor lauter Eintönigkeit ein Nickerchen hältst. Du lernst in deinen eigenen Projekten und wirst von den Dozierenden begleitet. Dabei erhältst du alle wichtigen Grundlagen: theoretisches Wissen, kreative Inspiration und praktische Tipps, die dir helfen, eigenständig zu lernen und deinen Horizont zu erweitern. Dafür stehen dir verschiedene Arbeitsräume zur Verfügung, ausgestattet mit bequemen Stühlen, digitalen Whiteboards, Beamern und Bastelkram.
Vergiss überfüllte Hörsäle, in denen du zwischen 200 Studierenden kaum Luft bekommst – bei uns bist du keine Nummer. Stattdessen findest du dich bei UXD in einer kleinen Gruppe wieder, in der du gehört und gesehen wirst. Die Benefits? Direkte Betreuung, intensivere Diskussionen und eine viel persönlichere Lernatmosphäre! Hier kennt jeder jeden beim Namen – zumindest, wenn du dir Namen gut merken kannst!
Du stehst bei einem Projekt auf dem Schlauch oder hast etwas nicht ganz verstanden? Kein Problem – Fragen zu stellen gehört hier ganz selbstverständlich dazu! Unsere Dozierenden nehmen sich Zeit für dich, egal ob du nur eine kurze Rückfrage hast oder ein tiefgehendes Coaching brauchst.
Fällt es dir schwer, vor anderen zu präsentieren? Oder hast du Probleme, deine Projektarbeit zu strukturieren? Egal, welche Herausforderung du gerade hast – das Personal Coaching hilft dir dabei, sie zu meistern. Hier kannst du eigene Schwächen erkennen und sie in Stärken verwandeln. Im Personal Coaching bekommst du genau die Unterstützung, die du brauchst. Denn bei UXD geht es nicht nur ums Lernen, sondern auch darum, persönlich zu wachsen.
Was kann ich beruflich machen?
Du kannst Menschen bewegen und ihre Lebensrealität verändern – mal ganz praktisch, mal subtil. Manchmal still und unsichtbar, manchmal laut und disruptiv.
Du kannst bestehende Prozesse verbessern oder neue gestalten. Produkte entwickeln, die die Welt von morgen braucht.
Zukunftsszenarien entwerfen, die Mut machen. Du kannst forschen, programmieren, visualisieren, moderieren. Ein Team leiten, dich selbstständig machen, in NGOs arbeiten oder in Start-ups.
Du kannst zwischen Disziplinen wandern – zwischen Technologie, Psychologie, Wirtschaft, Philosophie, Politik und vielen mehr.
Du findest deinen Platz als UX Designer:in, UX Researcher:in, Service Designer:in, Interaction Designer:in, Design Lead, Creative Technologist:in, Innovation Consultant, Strategic Designer:in, Accessibility Specialist:in oder im Usability Engineering – in Agenturen, Start-ups, Unternehmen verschiedenster Branchen, öffentlichen Einrichtungen, in der Forschung oder in der freien Praxis.
Wie praxisnah ist das UXD Studium?
Das Studienprogramm besteht aus obligatorischen Semesterprojekten und Wahlpflichtkursen, die das Studium ergänzen.
Semesterprojekte
Die transdisziplinären Semesterprojekte sind Pflichtmodule und das Herzstück des Studiums. Sie widmen sich immer einer aktuellen Fragestellung. Häufig haben sie einen direkten Marktbezug oder werden gemeinsam mit einem Unternehmen durchgeführt. Projektpartner sind z.B. Honda, Deutsche Bahn, Städel-Museum oder Merck. Die vermittelten Methoden entsprechen dabei denen gängiger Medienpraxis. Somit können Studierende bereits im Studium lernen, wie der Job funktioniert.
Wahlkurse
Als Ergänzung zu den Projekten kann man im Wahlpflichtbereich einzelne Disziplinen vertiefen oder brandaktuelle Themen und Technologien ausprobieren.
Der Katalog bietet z.B. Usability Testing, Arduino-Programmierung, App-Entwicklung, Zukunftsforschung, Sound für interaktive Medien und vieles mehr aus dem vielseitigen Bereich der Medien.