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EMBODIED:INTENT

Projekte Bachelorprojekt User Experience Design 7. Fachsemester

Ein Workshop für interdisziplinäre Produktteams, um gemeinsam bewusster digitale Systeme zu gestalten. Vertrauen erleben und diskutieren statt nur zu erklären.

Ein Bachelorprojekt von Theresa Hußke
7. Semester 2025/ 2026
Referent:innen: Prof. Andrea Krajewski und Prof. Tsunemitsu Tanaka


Die Ausgangssituation

Abb.1: Abstrakt (Quelle: unsplash.com)

Digitale Systeme beeinflussen das Verhalten und Vertrauen von Menschen. Obwohl Vertrauen stark durch Designentscheidungen geprägt wird, bleibt es im Entwicklungsprozess häufig abstrakt und schwer greifbar. Interdisziplinäre Produktteams arbeiten unter Zeitdruck, mit unterschiedlichen Perspektiven und ohne gemeinsame Sprache für ethische und vertrauensrelevante Fragen.

Dadurch entstehen Entscheidungen, deren Auswirkungen auf Nutzer erst spät sichtbar werden – etwa durch sinkendes Vertrauen oder Missverständnisse im Umgang mit dem System. Es fehlt ein Format, dass Vertrauen nicht nur theoretisch erklärt, sondern unmittelbar erfahrbar macht und einen gemeinsamen Reflexionsraum schafft. 

Die Idee

Die Projektidee verfolgt das Ziel, Vertrauen in digitalen Systemen nicht nur als theoretisches Konzept, sondern als gestaltbare Erfahrung begreifbar zu machen. Statt Wissen rein zu vermitteln, soll ein Rahmen entstehen, in dem interdisziplinäre Teams die Auswirkungen von Designentscheidungen gemeinsam erkunden, beobachten und reflektieren können.

Im Zentrum steht die Übersetzung abstrakter Vertrauensdimensionen wie Kompetenz, Wohlwollen und Integrität in ein erfahrungsbasiertes Setting. Durch das bewusste Erleben von unterschiedlichen Gestaltungsansätzen wird sichtbar, wie scheinbar kleine Entscheidungen langfristige Wirkungen auf Vertrauen haben können.

Die Idee versteht Vertrauen dabei nicht als festes Qualitätsmerkmal, sondern als Ergebnis relationaler Prozesse zwischen Mensch, System und Kontext – und als etwas, das erst durch gemeinsame Auseinandersetzung innerhalb von Teams entsteht.

Abb.2: Verhaltensdimensionen nach Mayer et. al.

Die Lösung

Abb. 3: Workshopmaterialien

Die entwickelte Lösung ist ein strukturierter Workshop, der Theorie, Interaktion und Reflexion miteinander verbindet. Durch die Variation der Vertrauensdimensionen erleben Teilnehmer unterschiedliche Systemverhalten und diskutieren deren Wirkung auf Wahrnehmung und Vertrauen.

Der Einsatz eines physischen Roboters als haptisches Artefakt übersetzt abstrakte Vertrauensfragen in konkrete Erfahrungen. Ergänzende Materialien wie Reflexionskarten und Leitfragen unterstützen die gemeinsame Analyse und helfen, aus individuellen Eindrücken gemeinsame Werte und Leitprinzipien abzuleiten.

So entsteht kein klassisches Training, sondern ein strategischer Entscheidungsraum, der Teams dabei unterstützt, Vertrauen frühzeitig in die Produktentwicklung zu integrieren und aktiv mitzudenken. 

Der Prototyp

Im Projekt wurde ein Workshopkonzept inklusive Ablaufstruktur, Materialien und Prototyp entwickelt. Der Workshop gliedert sich in mehrere Phasen – vom gemeinsamen Verständnis von Vertrauen über die Interaktion mit dem Roboter Klausi bis hin zur Ableitung konkreter Leitprinzipien für den eigenen Entwicklungsprozess.

Parallel dazu entstand der physische Roboterprototyp mit variierenden Verhaltensmodi sowie ein webbasiertes Interface zur Steuerung der Vertrauensdimensionen. Form, Interaktion und technische Umsetzung wurden iterativ entwickelt – von Low-Fidelity-Pappmodellen über ein 3D-Modell bis hin zu einem funktionsfähigen Prototypen.

Das Ergebnis ist ein erlebbares Konzept, das theoretische Forschung, UX-Design und physische Interaktion verbindet und als Grundlage für zukünftige Workshops weiterentwickelt werden kann. 

Abb. 4: Klausi mit zwei Modi | A) gießt Pflanze / B) gießt daneben