FlowTrack
FlowTrack ist ein vernetztes System für den Einzelhandel, das Nachfüllbedarfe im Regal erkennt und diese Informationen an die Warenverräumung, das Lager und das kaufmännische Büro weiterleitet.
Ein Studienprojekt von Senai Kristos
4. Semester, 2026
Referenten: Sebastian Haase, Tanja Hakl, Romina Marsico, Prof. Tsunemitsu Tanaka
Problemstellung
Im Einzelhandel verändern sich Warenbestände ständig: Produkte werden gekauft, Regale leeren sich und Mitarbeitende sind gleichzeitig mit vielen anderen Aufgaben beschäftigt. Sie verräumen Ware, räumen die Verkaufsfläche auf oder unterstützen Kund:innen. Dadurch ist oft nicht sofort sichtbar, wo Ware fehlt, ob Nachschub bereits vorbereitet wird oder wer gerade für die nächste Aufgabe zuständig ist.
Genau hier setzt FlowTrack an. Das System macht unsichtbare Arbeitszustände im Warenfluss sichtbar und unterstützt die Koordination zwischen Verkaufsfläche, Lager und Warenverräumung.
Idee
Die Idee von FlowTrack ist es, unsichtbare Arbeitszustände sichtbar und spürbar zu machen. Fehlende Ware soll nicht erst durch Zufall bemerkt werden, sondern automatisch erkannt und an die richtigen Mitarbeitenden weitergegeben werden.
Lösung
FlowTrack unterstützt die Zusammenarbeit zwischen Verkaufsfläche, Lager, Warenverräumung und kaufmännischem Büro. Das System besteht aus einem smarten Regal mit RFID- und Gewichtssensoren, einer digitalen Anzeige und Webanwendung im Lager, einem Wearable für die Warenverräumung sowie einer Anbindung an das Warenwirtschaftssystem.
Die einzelnen Komponenten sind miteinander vernetzt und sorgen dafür, dass Nachfüllbedarf frühzeitig erkannt, kommuniziert und koordiniert werden kann. Dadurch sollen Produkte schneller zurück in die Regale gelangen und Nachbestellungen besser planbar werden.
Wie funktioniert das Ganze?
Wird ein Produkt aus dem Regal entnommen, erkennt das smarte Regal die Veränderung über RFID- und Gewichtssensoren. Der RFID-Tag dient dazu, das Produkt eindeutig zu identifizieren. Der Gewichtssensor erfasst eine Veränderung des Gewichts, aus der auf die verbleibende Produktmenge geschlossen wird. Sobald der festgelegte Mindestbestand erreicht oder unterschritten wird, entsteht ein Nachfüllbedarf.
Dieser Nachfüllbedarf wird auf einer digitalen Anzeige im Lager dargestellt. Dort sehen die Lagermitarbeitenden, welches Produkt nachgefüllt werden muss. Ist die Ware im Lager vorhanden, kann der Wagen vorbereitet werden. Wird in der Webanwendung „Wagen wird vorbereitet“ bestätigt, erhält die zuständige Person für die Warenverräumung ein kurzes Vibrationssignal über das Wearable. Sobald der Wagen fertig beladen ist, wird „Wagen ist bereit“ bestätigt und das Wearable sendet ein längeres Vibrationssignal.
Gleichzeitig werden die erfassten Bestandsinformationen über die Edge Unit, eine kleine Recheneinheit direkt am Regal, an das Warenwirtschaftssystem weitergeleitet. Dadurch können die Mitarbeitenden im kaufmännischen Büro erkennen, welche Produkte nachbestellt werden müssen und wie dringend neue Ware benötigt wird. So können Nachfüllprozesse effizienter koordiniert und Nachbestellungen besser geplant werden.
Prototypische Umsetzung
Im Rahmen des Projekts wurde FlowTrack als funktionaler Prototyp umgesetzt. Das smarte Regal wurde aus Pappe gebaut und mit einem RFID-Sensor ausgestattet. Der im Konzept vorgesehene Gewichtssensor wurde im Prototyp durch einen Taster simuliert. Dieser stellt beispielhaft dar, dass der festgelegte Mindestbestand erreicht oder unterschritten wurde.
Die Webanwendung im Lager wurde als digitale Oberfläche umgesetzt. Sie zeigt den aktuellen Bestand, den Mindestbestand sowie den Status der Nachfüllaufgabe. Über die beiden Buttons „Wagen wird vorbereitet“ und „Wagen ist bereit“ können die entsprechenden Prozessschritte ausgelöst werden.
Das Wearable wurde im 3D-Druckverfahren hergestellt und mit einem Vibrationsmotor ausgestattet. Es ist über ein Breadboard mit der technischen Steuerung verbunden und gibt zwei unterschiedliche haptische Signale für die jeweiligen Statusmeldungen aus.
Die Edge Unit sowie die Anbindung an das Warenwirtschaftssystem wurden im Rahmen des Prototyps nicht technisch umgesetzt, sondern als Bestandteil des Gesamtkonzepts vorgesehen.
Disclaimer:
Dies ist ein wissenschaftlich-gestalterisches studentisches Projekt, ohne kommerzielle Absicht. Die im Projekt verwendeten Medien sind lizenzfrei, lizenziert oder unterliegen wissenschaftlichem Zitationsrecht. Sie werden im Rahmen des Projektes und seiner Dokumentation in Wort, Bild und Ton ausschließlich zu Studienzwecken verwendet.