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Mutual

Projekte User Experience Design 7. Fachsemester

Alltägliche Intimität und geteilte Pflege in Fernbeziehungen.

Ein Bachelorprojekt von Daria Savchenko
7. Semester, 2025/2026
Referent:innen: Prof. Tsunemitsu Tanaka und Prof. Andrea Krajewski
 


Alltägliche Intimität

Das Projekt richtet sich an Menschen in Fernbeziehungen. In dieser Beziehungsform fehlt aufgrund der geografischen Distanz oft die alltägliche Intimität – jene kleinen Routinen, das gemeinsame Handeln und die geteilte Verantwortung, wie sie beim Zusammenwohnen erlebt werden. Paare in Fernbeziehungen versuchen jedoch häufig, durch tägliche Anruf-Routinen oder gemeinsames Gaming ein Gefühl von Alltag zu erzeugen. Mutual bietet hierfür einen weiteren Ansatz: die gemeinsame Fürsorge für ein digitales Haustier.

„Mutual“-Logo und eine digitale Katze im Pixel-Art-Stil.
Übersichtsseite der digitalen Haustiere auf der „Mutual“-Adoptionswebsite.

Adoption

Der Prozess beginnt auf der Mutual-Plattform, die in Kooperation mit dem Tierheim Darmstadt steht. Partner adoptieren ein digitales Haustier, wobei ein Teil des Abonnements monatlich direkt an das Tierheim fließt.
Die Tiere verfügen über individuelle Charaktere und Pflegestufen – von ruhigen Schlaf-Königinnen bis hin zu energiegeladenen Jungtieren. So findet jedes Paar ein Tier, dessen Pflegeaufwand zum eigenen Lebensstil passt.
 

Ein gemeinsames Haus

Das Haustier betrachtet die Desktops der Partner als zwei Räume eines gemeinsamen Hauses. Es agiert nach den Verhaltensmustern realer Tiere: Es fordert so lange Aufmerksamkeit ein, bis seine Bedürfnisse nach Futter, Zuwendung oder Spiel gestillt sind. Aufgrund dieses lebensnahen Verhaltens müssen sich die Partner untereinander abstimmen. So wird vermieden, dass das Tier – etwa aus reinem Übermut – von beiden Partnern nacheinander gefüttert wird.

Ein digitales Haustier bewegt sich zwischen zwei Bildschirmen, im Hintergrund ist ein stilisiertes Hausinterieur zu sehen.
Eine Abbildung, welche zeigt, wie die digitale Katze gestreichelt, gefüttert und mit ihr gespielt wird.

Geteilte Verantwortung

Da sich das Tier nicht nur durch sein Alter, sondern auch durch das Handeln der Besitzer verändert, wird die Pflege zur echten Verantwortung. Ein ständig überfüttertes Tier wird träge und nimmt an Gewicht zu; ein vernachlässigtes Tier zieht sich zurück oder wird schwach. Durch diese lebensnahe Erfahrung können Paare in Fernbeziehungen einen geteilten Haushalt und somit alltägliche Intimität digital erleben.

Technologie

Das System basiert auf drei Komponenten: Tauri, einem Cloud-Server und einer Datenbank.

Tauri verarbeitet das Interface und die Nutzer-Inputs der Desktop-App.

Der Cloud-Server steuert die regelbasierte Logik des Tierverhaltens über zwei Wege: Websockets ermöglichen die sofortige Echtzeit-Kommunikation (z. B. den Wechsel des Tieres von einem Computer zum anderen). Eine API verwaltet langfristige Daten wie Logins und Lebensmetriken, die über mehrere Tage hinweg gespeichert werden.

Die PostgreSQL-Datenbank speichert die gesamte Historie des Tieres, wie Gesundheitszustand, Alter und Ernährung.

Die Privatsphäre wird durch Secure Tokens und verschlüsselte Verbindungen geschützt. Dies gewährleistet, dass nur verifizierte Partner im System miteinander verbunden sind und der gemeinsame digitale Raum privat und geschützt bleibt.

Architekturdiagramm mit zwei Tauri-Clients (Computer A und B), die über eine verschlüsselte Internetverbindung mit einem Cloud-Server (Node.js) und einer PostgreSQL-Datenbank verbunden sind.

Weiterführende Links und Downloads