Peerception
Wenn Erwartungen unterwegs aufeinandertreffen: Peerception, zeigt wie ihr euch im öffentlichen Nahverkehr ganz unkompliziert verständigen könnt.
Ein Studienprojekt von Hanna Bergmann
3. Semester, 2026
Dozierende: Martin Haas, Tanja Hakl, Romina Marsico, Tsune Tanaka, Tomas Zebis
Die Ausgangssituation
Im Rahmen des dritten Semesters beschäftigen wir uns mit dem Thema „Interaktion unterwegs“. Interaktion unterwegs passiert, wenn Menschen auf dem Weg von einem Ort zu einem Anderen miteinander in Beziehung treten. Sie braucht einen Grund – eine Motivation –, die oft von sozialen Normen beeinflusst wird. Diese stillen Regeln wirken wie Skripte, die unsere Erwartungen an Andere und unser Verhalten steuern. Dabei wirken sie vor allem im öffentlichen Nahverkehr: Hast du dich schon einmal gefragt, warum wir Andere zuerst aussteigen lassen bevor wir Einsteigen oder warum in England Menschen an Bushaltestellen Schlange stehen, während wir es hier nicht tun? Dahinter stecken soziale Normen.
Das Problem
Unsere Erwartungen entsprechen nicht immer denen der anderen, wodurch es zu Konflikten kommen kann. Dabei muss es nicht immer der große Konflikt sein, manchmal reicht auch schon ein kurzer Moment: Die Bahn ist voll. Du steigst gerade zu, schiebst dich den Gang entlang. Da entdeckst du einen Sitzplatz. Doch kurz bevor du dich setzen kannst, kommt dir jemand zuvor.
Die Idee
Peerception wurde entwickelt, um eine Möglichkeit zu schaffen schnell und einfach Sitzplatzkonflikte lösen zu können. Ziel ist es eine Möglichkeit zu bieten sich zügig zu verständigen, wem der Sitzplatz zusteht. Peerception stellt dafür die Information bereit, wer Anrecht auf den Sitzplatz hat. Die Lösung kann dabei verwendet werden, um neutral den Konflikt zu klären oder als Einstieg für ein Gespräch zur Verständigung: Die Entscheidung wer letztendlich auf dem Sitzplatz sitzt, bleibt euch überlassen.
Lösung im Detail
Um das Ziel einer einfachen und schnellen Verständigung bei einem Sitzplatzkonflikt erreichen zu können macht sich der Service eine bekannte Regel aus dem Alltag zunutze: „Wer zuerst kommt, malt zuerst“. Hier gilt jedoch nicht, wer als Erstes den Sitzplatz erreicht, sondern wer zuerst zugestiegen ist. Die Einstiegszeit wird dabei über RFID-Technologie erfasst.
Um eine Möglichkeit des schnellen Austauschs bei einem Sitzplatzkonflikt zu bieten, können die Nutzenden über ein aneinander Halten der Handys mittels NFC ihre Einstiegszeit vergleichen und so bestimmen, wer Anrecht auf den Sitzplatz hat.
Die Umsetzung
Mittlerweile sind digitale Tickets etabliert. Häufig wird zum Abruf dafür die App der Deutschen Bahn verwendet. Deshalb wurde ein Prototyp erstellt, welcher simuliert ein Teil dieser App zu sein. Hierfür wurden Wireframes erstellt und eine React Anwendung gecodet. Über die Verwendung eines NFC-Tags wird der Abruf der Information durch Aneinanderhalten der Handys simuliert.
Besonderheit
Im Gegensatz zu starren Sitzplatzreservierungssystemen bietet Peerception die Möglichkeit zwar eine konkrete Orientierung zu schaffen, lässt dabei jedoch Raum eine flexible Lösung zu finden.