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Prisma

Projekte User Experience Design 4. Fachsemester

Prisma: Wenn stille Missverständnisse hohe Wellen schlagen

Ein Studienprojekt von Vivien Volkenstein

4. Semester, 2026

Referent:innen: Sebastian Haase, Tanja Hakl, Romina Marsico, Prof. Tsunemitsu Tanaka


Ausgangssituation

Zwischenmenschliche Kommunikation in interdisziplinären Teams verläuft oft auf unterschiedlichen Ebenen. Besonders in intensiven Workshops entstehen Momente, in denen alle zustimmend nicken, obwohl sie diesen Sachverhalt möglicherweise anders interpretieren als die restlichen Teilnehmenden. Sie haben sogenannte mentale Modelle. Dies blockiert manchmal einen harmonischen Arbeitsprozess. Die Herausforderung besteht darin, diese unsichtbaren und äußerst unterschiedlichen Interpretationen im Raum spürbar zu machen, ohne die Konzentration durch aufdringliche Bildschirme zu stören.

Die Idee

Wie können wir physische Objekte nutzen, um das gegenseitige Verständnis in der Teamarbeit zu verbessern? Prisma ist ein diskretes IoT-System, das als stummer Mediator im Hintergrund agiert. Ziel ist es, die Zusammenarbeit in Teams zu erleichtern, indem das System abweichende Verhaltensweisen visualisiert und daraufhin die Nutzenden zur Diskussion anregt. Was passiert nämlich, wenn wir die menschliche Wahrnehmung und physische Objekte als zentrales Feedbackmedium nutzen, um die Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis zu verbessern?

Die Lösung im Detail

Die Lösung besteht aus einem vernetzten System alltäglicher Arbeitswerkzeuge. Eine smarte Post-It Station und ein Sensor an der Tischkante bieten durch das Erfassen der physischen Reaktionen wie den Schreibdruck und die Körperhaltung einen ersten Einblick in unbewusste Verhaltensmuster der arbeitenden Personen. Der Mehrwert von Prisma liegt in seiner Zurückhaltung nach den Prinzipien der Calm Technology. Sobald beispielsweise Personen ungewöhnlich fest aufdrücken oder die Haltung am Tisch stark variiert, entsteht eine Reaktion in einem zentralen Wasserbecken. Kleine Motoren erzeugen unruhige Wellen, welche ein schwimmendes Boot ins Wanken bringen. Dadurch entsteht keine direkte Schuldzuweisung, da der Konflikt auf ein neutrales Objekt projiziert wird. Der Fokus liegt darauf, die Nutzenden aus ihrem kognitiven Tunnelblick zurück in das Hier und Jetzt zu holen. Dies ermöglicht gemeinsames Reflektieren und eine selbstbestimmte Anpassung der Arbeitsweise, wie etwa das Abgleichen des aktuellen Verständnisstandes.

Post-It Station aus Holz
Post-It Station. KI-generierte Illustration - Konzeption und redaktionelle Bearbeitung: Vivien Volkenstein - erstellt mit Google Gemini, 2026.
Wasserpacken mit kleinen Paddels an den Seiten und Holzboot in der Mitte schwimmend
Wasserbecken für Output. KI-generierte Illustration - Konzeption und redaktionelle Bearbeitung: Vivien Volkenstein - erstellt mit Google Gemini, 2026.

Technische Umsetzung

Im Rahmen des Projekts wurde ein funktionaler Hardware-Prototyp entwickelt, der die Kernfunktionen des Systems erlebbar macht. Die Eingabestationen nutzen einen Drucksensor unter dem Papier sowie einen Ultraschallsensor zur Distanzmessung an der Tischkante. Mikrocontroller verarbeiten diese Daten lokal und senden sie drahtlos an das zentrale Wasserbecken. Durch den Bau dieses physischen Netzwerks wird nachvollziehbar, wie das Zusammenspiel von menschlicher Haptik und analog wirkender Technologie im Raum funktioniert.

Ultraschall-Sensor an Tischunterseite befestigt
Ultraschall-Distanzsensor an Tischplatte