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Weltmodell

Projekte User Experience Design 3. Fachsemester

Weltmodell: Kollektiv-Mobilität neu denken – spielerisch, gemeinsam, sichtbar machen

Ein Studienprojekt von: Lilith Wirsing
3. Semester, 2025
Dozierende: Martin Haas, Sebastian Haase, Tanja Hakl, Andrea Krajewski, Romina Marsico, Tsune Tanaka, Tomas Zebis


Das Thema

Wie wird Interaktion zur Zeit wahrgenommen? Wie wird sich Unterwegs sein in der Zukunft verändern? Wie viel Raum für Interaktion bleibt in der Mobilität der Zukunft? Was kann man sich vorstellen und was ist gewünscht?

Mit diesen Fragen habe ich mich dieses Semester beschäftigt. Dabei habe ich festgestellt, Interaktionen, die für den Weg an sich nicht nötig sind, werden negativ aufgefasst. Wenn wir mit Anderen zusammen unterwegs sind, scheinen sie uns mehr zu stören als bereichen zu können.

Und wenn man die meisten Menschen nach ihren Vorstellungen über die Mobilität der Zukunft fragt, überraschen einen die Antworten nicht. Wenige Ideen sind wirklich neu und viele sind einfach Auto 2.0. Warum haben sich Leitbilder nach der verbreiteten Idealisierung des Autos, nicht wirklich weiter entwickelt?

So wird sich durchsetzen, was einfacher oder günstiger ist und Systeme, die wir schon lange aufgebaut haben, werden am sinnvollsten erscheinen, anstatt Mobilität neu zu denken.

Aber wir brauchen neue Ansätze. Für den Klimawandel und für uns selbst. Die Menschen können mehr Austausch gebrauchen. Denn umso mehr Menschen, man aus verschiedenen Orten und Kulturen kennt, umso weniger lassen sich Abgrenzung und Hass nach solchen Kriterien schüren. Hier ist das Potenzial von Design deutlich spürbar. Denn Design ist was Menschen entscheiden lässt, das Erfüllendere statt dem Einfachen oder Günstigen zu wählen.

Daher will ich in diesem Semester einen Rahmen schaffen, um sich über Mobilitätsdesign und Träume auszutauschen. Um Perspektiven Anderer zu verstehen und eigene Leitbilder der Zukunft herzuleiten. Für Zukünfte in denen wir leben wollen.

Die Idee

Weltmodell ist mein Ansatz um Menschen zu erreichen und zum Umdenken, Umdeuten und Umformen der Zukunft der Mobilität anzustoßen.

Dafür bespielt Weltmodell verschiedene Ebenen:

1) eine moderierte Workshopreihe, die Menschen zusammenbringt und gemeinsames Ableiten neuer Mobilitäts-Leitbilder ermöglicht, und 2) ein digitales Tool, das diese Herleitung ortsungebunden anstößt, Visionen von Fahrzeugen der Zukunft visualisiert und als Sammlung zugänglich macht.

Für dieses Semester habe ich mich daher für das Futurium, das Haus der Zukünfte in Berlin, als konzeptionellen Projektpartner entschieden und durch Feedbackgespräche zur fachlichen Einordnung und Plausibilisierung des Projektkontexts den Rahmen für dieses Projekt gesetzt. Einen Einblick in die Arbeit des Futuriums bekommt man auch durch ihren Youtube Kanal.

 

1) Workshop „Kollektiv-Mobilität Mitfahren Mitgestalten“

Im Workshop werden Teilnehmende schrittweise von bestehenden Verkehrsmittel-Modellen hin zu eigenen, gruppenpassenden Zukunftsvisionen geführt – hier liegt der Fokus auf dem Austausch als Gruppe, das Verständnis für verschiedene Perspektiven und ein dadurch entstehendes gemeinsames Leitbild-Denken. Die entstehenden Visualisierungen von zukünftigen Verkehrsmitteln dienen als Erinnerungsstück für Teilnehmer und als Inspiration für Interessierte.

 

2) Digitales Tool (Weltmodell) + Sammlung

Das Tool ergänzt den Workshop ortsungebunden: Nutzende bauen ihr Fahrzeugmodell online, geben Tags/Infos an, speichern Zwischenschritte und teilen Entwürfe – so wächst eine Sammlung, die Perspektiven „aus der ganzen Welt“ aufnehmen kann.
Besonders ist dabei der Ansatz, den Perspektivwechsel auch digital zu stützen – im Konzept z. B. über (fiktive) Co-Creator, die ungewohnte Sichtweisen ins Gestalten einbringen sollen.

 

Testing the Experience

Am Anfang um von Angesicht zu Angesicht über Mobilität, Interaktion und Zukunft zu reden und später, um zu überprüfen, ob man so wirklich Denkanstöße vermitteln und verbreiten kann.

Dafür habe ich:

- ein Fokusgruppen-Interview mit ÖPNV-Nutzenden zur Nutzerverständnis-Bildung geführt

- Usability-Tests mit Klickdummy-Prototypen, moderiert und per Audio/Video ausgewertet

Dabei entwickelte sich die aktuelle Version von Weltmodell, wie man sie links sieht. Andere Designsprache und Tutorialvideos statt Walkthrough Popover, doch die Funktionen und Inhalte sind größtenteils gleich geblieben.

 

Umsetzung

Die Gestaltung und konzeptionelle Ausarbeitung der Website sowie des Tools wurden in Figma in Form von Wireframes und eines interaktiven Klickdummys entwickelt. Darüber hinaus wurde eine Basisversion der Website prototypisch implementiert. Neben grundlegenden Anforderungen wie Auffindbarkeit und Selbstbeschreibungsfähigkeit steht für die Erlebbarkeit des Tools insbesondere die aktive Nutzung und das Ausprobieren seiner Funktionen im Mittelpunkt. Daher habe ich zur anschaulichen Vermittlung von Funktionsweise und Interaktionsabläufen ein Tutorial-Video realisiert. Dieses konzentriert sich auf die Nutzungsszenarien und ermöglicht einen klaren, nachvollziehbaren Eindruck des Tools. Rechts zeige ich einen kurzen Ausschnitt um einen Einblick in den Ablauf und die Funktionen des Tools zu geben.

Das ganze Tutorial-Video, meine Dokumentation und den Klickdummy der Website verlinke ich untendrunter im Downloadbereich.