Dog Days
Das Projekt macht unausgesprochene Bedürfnisse zwischen Fahrgästen mit und ohne Hund im öffentlichen Verkehr sichtbar und unterstützt so ein harmonisches Miteinander.
Ein Studienprojekt von: Larissa Blam
3. Semester, 2025/2026
Dozierende: Prof. Sebastian Haase, Tanja Hakl, Romina Marsico, Prof. Tsunemitsu Tanaka, Tomas Zebis
Themeneinführung
Öffentliche Verkehrsmittel sind geteilte Räume. Viele unterschiedliche Menschen, Bedürfnisse und Situationen treffen hier auf engem Raum zusammen. Besonders im Zusammenspiel von Menschen und Hunden entstehen dabei immer wieder Unsicherheiten: Nicht jede Person fühlt sich in der Nähe eines Hundes wohl, und nicht jeder Hund ist in jeder Situation gleich entspannt. Häufig sind relevante Informationen - etwa ob ein Hund Ruhe braucht oder wie er auf Nähe reagiert - von außen nicht sichtbar. Das kann zu Missverständnissen, unangenehmen Situationen oder vermeidbaren Konflikten führen, obwohl eigentlich niemand etwas falsch machen möchte.
Die Idee
Mein Projekt umfasst ein dezentes, unaufdringliches System, das unsichtbare Informationen sichtbar macht und dadurch positive Interaktionen fördert. Statt zu warnen oder zu belehren, kommuniziert das System leise im Hintergrund und unterstützt Menschen dabei, ihre Umgebung bewusster wahrzunehmen. Ziel ist es, Rücksichtnahme zu erleichtern, Unsicherheiten abzubauen und Interaktionen zwischen Mensch und Mensch - mit dem Hund als Begleiter - im öffentlichen Raum harmonischer zu gestalten.
Die Lösung
Das System besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Komponenten, die gemeinsam ein ruhiges Orientierungssystem bilden. Zentrales Element ist ein interaktives Hundehalsband mit integrierten Lichtsignalen und zwei Zuständen: Rot und Grün. Der Lichtstatus wird aktiv von den Hundehalter:innen gesteuert und signalisiert, ob Kontakt gerade in Ordnung ist oder lieber vermieden werden sollte. Dieses Lichtsignal wird in Echtzeit auf den Sitz des/r Hundehalter:in übertragen, damit es für alle Fahrgäste sichtbar ist.
Grün steht für Offenheit und mögliche Interaktion, Rot für Abstand und Ruhe. Das System übersetzt damit eine soziale Situation in ein einfach verständliches Signal, das von anderen Fahrgästen auf einen Blick erfasst werden kann. Ziel ist es nicht, Regeln vorzugeben, sondern Orientierung zu bieten, gegenseitige Rücksichtnahme zu erleichtern und gleichzeitig neue, positive Begegnungen zu ermöglichen.
Die Umsetzung
Um die Grundidee des Systems erlebbar zu machen, habe ich einen funktionalen Prototypen entwickelt. Mithilfe eines Arduino Uno (Mikrocontroller-Entwicklungsboard), NeoPixel-LED-Ringen, eines Tasters und eines Breadboards (Steckplatine) wurde die Logik der Lichtzustände technisch umgesetzt. Der Prototyp ermöglicht es, zwischen den beiden Zuständen zu wechseln und deren Wirkung im Raum zu testen. Der Fokus lag dabei auf Verständlichkeit, Einfachheit und einem möglichst realitätsnahen Aufbau.
Das Projekt zeigt, wie durch einfache, verständliche Signale Unsicherheiten reduziert und ein respektvolles Miteinander im öffentlichen Raum gefördert werden können.